Auf die Plätze, fertig…

Es ist soweit….

Nach einer mehrjährigen Suche und unzähligen Überlegungen, Besichtigungen und erfolglosen Kaufversuchen haben wir unseren Platz zum Leben gefunden – aber wie heißt es doch: „…drum prüfe, wer sich ewig binde…“.

Das war im März 2012, im Juli dann die notarielle Unterzeichnung in der Hoffnung, jetzt könne es ja losgehen, wir nannten ja nun 2300qm unser Eigen. Weitgefehlt…..

Wir hatten seither Gelegenheit das Bauamt Leichlingen in allen Facetten kennenzulernen. Sogar den Bürgermeister haben wir schon gesprochen, eine Erfahrung auf die man besser verzichtet hätte. Was haben wir nicht alles erlebt: Ein Seitenstreifen, der angeblich der Stadt schon gehörte, weil er ja so wichtig sei um die Kriterien einer öffentlichen Straße zu erfüllen, der dann doch laut Kaufvertrag an uns über ging, weil dieser Schritt von Seiten der Stadt und von Seiten des Verkäufers versäumt wurde. Nach einem Vierteljahr ohne Rückmeldung des zuständigen Beamten waren alle Eintragungen rechtens, der Kaufvertrag wurde umgesetzt.  Nun sollte doch alles anders kommen!

Der Kaufvertrag sollte nun auf Wunsch der Stadt, die vorher durch völlige Untätigkeit glänzte, wieder über den Haufen geworfen werden. Und weil die städtischen Mitarbeiter selber die Übernahme des Randstreifens unseres Grundstücks ja vermasselt hatten, sollten wir nun das Nachsehen haben – nur fair! Und weil das offenbar nur ein Vorgeschmack auf die kommenden Geschmacklosigkeiten sein sollte, teilte man uns mit, dass die zum Kauf gehörende Bürgschaft für eventuell entstehende Straßenschäden einfach mal nicht anerkannt werden sollte weil…., ja, weil die Stadt Leichlingen das einfach nicht möchte! So!

Von da an hieß es „ohne Bürgschaft keine Baugenehmigung“…. Moment mal! Irgendwas läuft da gerade falsch, so dachten wir – welche groteske Selbstüberschätzung! Und in unserer unendlichen Naivität glaubten wir auch noch die fehlerhafte und widersprüchliche Bausatzung zu unseren Gunsten auslegen und das Haus auf dem Grundstück nach unseren Vorstellungen positionieren zu können. Um nicht sagen zu können, wir hätten es nicht versucht, wurde also eine Bauvoranfrage gestellt, bei der kurze Zeit im Raum stand, je nach Auslegung der Satzung möglicherweise gar nicht auf unserm Grund und Boden bauen zu können.

Lief ja super.

Wochen und Monate gingen ins Land, die Bauvoranfrage wurde abgelehnt, wir sprachen mit Stadtratsmitgliedern, Dezernenten, Sachbearbeitern und dem Bürgermeister – stets ohne Erfolg. Wir arrangierten uns mit den stets nachvollziehbaren Vorschriften und dem von der Stadt gewünschenten Standort. Reichten einen neuen Bauantrag ein.

Euphorisch harrten wir der kommenden Reaktionen des Bauamts; kurze Zeit später die telefonische Nachricht an unsere Architektin, dass ein Formular fehle. Die schriftliche Benachrichtigung folgte auf dem Fuße – fast zwei Wochen später. Bitte reichen Sie Formular bla bla bla nach § bla Absatz 5 ein – der Paragraph hat nur drei Absätze, selbst in der älteren Fassung sind es nur vier…. nun gut, wir wollen ja nicht kleinlich sein.

Die Bearbeitungsfrist des Bauamts ging vorüber und da wir unseren Ruf als lästige Querolanten nicht noch verstärken wollten, haben wir erst dann vorsichtig über unsere Architektin nach dem Stand der Dinge fragen lassen. Von nun an wurden wir alle Zeugen einer amüsanten Partie Beamten-Mikado par Exellance! „Oh, wie schön, dass Sie anrufen, dann ziehe ich mir von Zeit zu Zeit die Akte mal aus dem Stapel“, oder auf unsere Bitte nach Erklärung der Notwendigkeit einen Pflanzplan bereits vor Hausbau einreichen zu müssen „Herr T., der möchte nicht mit Ihnen reden“ waren da nur einige der rafinierten Spielzüge bei dem in Beamtenkreisen beliebten Spiel. Es gipfelte in Arbeitsverweigerung unserer stets freundlichen und äußerst kompetenten Sachbearbeiterin, die  jedoch zu keinem Zeitpunkt sagen konnte, wie lange es noch dauern würde. Auch nicht, als wir in drei kurzen Telefonaten die zwei letzten Stellungnahmen von Artenschutzamt (!) und Forstamt selbst besorgten – man sollte uns schließlich nicht Untätigkeit vorwerfen können – die angeblich noch zwei Monate auf sich warten lassen sollten.

Und jetzt, wo wir eigentlich bereits in unserem Eigenheim wohnen sollten, haben wir sie nun

DIE BAUGENEHMIGUNG !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wir sind also fast im Zeitplan…. ; )